In dieser Diskussion soll es keinesfalls um die Arbeit des Krankenhauspersonals gehen. Den Vorwurf, bewusst die Arbeit und die Leistungen der Belegschaft in Frage zu stellen, weisen wir entschieden zurück. Im Gegenteil - wir schätzen die tägliche Arbeit der Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger sehr.

Aber wir freuen uns, dass u.a. dadurch eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit und der Politik für die Problematik der jetzigen und künftigen Entwicklung des Krankenhauses Prenzlau erreicht wurde. Wir sind froh, dass die Diskussion über die weitere Zukunft des Krankenhauses Prenzlau in den Fraktionen der politischen Gremien angekommen ist. Ein „Weiter so“ darf es nicht geben.

Bereits über 5500 Prenzlauerinnen und Prenzlauer haben sich bisher an der Unterschriftenaktion zum Krankenhaus beteiligt und damit bewiesen, dass ihnen das Thema unter den Nägeln brennt und sie sich um die Zukunft des Krankenhausstandortes sorgen.

Wir sind weiterhin der Ansicht, dass es bei diesen Debatten keine Tabus geben darf. Ob der Verbleib in der GLG oder eine Privatisierung - der Fokus muss auf die Gewährleistung einer qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung der Prenzlauerinnen und Prenzlauer liegen.

Die Einbindung eines Krankenhauses in einen Verbund soll eigentlich absichern, dass nicht lukrative (aber notwendige) Abteilungen durch Gewinn einspielende Bereiche ökonomisch abgefedert werden können!

Und – in die Kreisstadt des flächengrößten Landkreises der Bundesrepublik gehört eine Kinder- und Geburtenstation!

Wir begrüßen den Vorschlag des Landrates, eine Expertenrunde zum Thema Krankenhaus ins Leben zu rufen. Jedoch sollte dies schnell und mit Kompetenz passieren, einhergehend mit Verantwortlichkeiten und öffentlicher Abrechenbarkeit.

Um die Perspektive des Krankenhauses zu stabilisieren, fordern wir die Erstellung eines Ziel-Katalogs.

Folgende Punkte sollten in diesem Ziel-Katalog festgehalten werden:

  • Wo und mit welchen Abteilungen steht das Krankenhaus in 5 Jahren?
  • Wie wird dem drohenden und den bereits bestehenden Ärztemangel in den einzelnen Fachbereichen entgegengewirkt?
  • Wie und in welcher Art wird die kinderärztliche Versorgung sichergestellt?
  • Welche Konsequenzen werden festgelegt, wenn die festgelegten Ziele nicht erreicht worden sind?

Nur wenn die vereinbarten Ziele in einem festgelegten Zeitraum für jeden nachvollziehbar und abrechenbar sind, lässt sich die Hoffnung auf ein Krankenhaus als starker und von allen Bürgerinnen und Bürgern akzeptierter Gesundheits-Partner zukünftig auch erfüllen.